Methode
Zur vertieften Bedarfsermittlung wurden halbstandardisierte Leitfadeninterviews mit Journalist*innen und Kommunikator*innen durchgeführt.
Die Gespräche fanden online statt, wurden aufgezeichnet und dauerten jeweils 1–2 Stunden.
Thematische Schwerpunkte der Interviews:
- Persönlicher Werdegang
- Arbeitsweise als Journalist*in bzw. Kommunikator*in
- Nutzung bestehender Informations- und Weiterbildungsangebote
- Wünsche und Präferenzen für neue Angebote
- Einschätzungen zum Konfliktfeld Landwirtschaft vs. Umwelt-/Naturschutz
Alle Interviews wurden transkribiert und anschließend mit der qualitativen Analyse-Software MAXQDA ausgewertet.
Sample
Insgesamt wurden 9 Journalist*innen und Kommunikator*innen aus dem deutschsprachigen Raum (DACH-Region) befragt. Die Auswahl erfolgte gezielt mit Blick auf Vielfalt in Profil und Perspektive. Die Zahl der Interviews orientierte sich am Prinzip der theoretischen Sättigung. Das bedeutet, das an dem Punkt, an dem keine neuen, relevanten Informationen mehr zu erwarten waren auch nicht mehr Interviews geführt wurden.
Zusammensetzung:
- 3 Agrarjournalist*innen
- 2 Journalist*innen mit Fokus auf Landwirtschaft und Naturschutz
- 1 Nachhaltigkeitsjournalist
- 1 Podcaster
- 1 Influencerin
- 1 Blogger
Erkenntnisse
1. Direkter Kontakt ist essenziell
Persönliche Netzwerke sind für viele Journalist*innen die erste und letzte Anlaufstelle bei Recherchen – besonders bei erfahreneren, etablierten Kolleg*innen. Auch wenn weitere Tools relevant werden, bleibt der persönliche Austausch der Dreh- und Angelpunkt der journalistischen Arbeit.
2. Vertrauen ist eine Voraussetzung, aber nicht selbstverständlich
Der Aufbau vertrauensvoller Beziehungen ist entscheidend um gute Berichterstattung und Recherchen liefern zu können. Jedoch ist dieser zu manchen Stakeholder schwierig aufzubauen. Hier zeigt sich jedoch kein Konsens darüber, welche Gruppe an Stakeholdern besonders offen/verschlossen ist.
3. Unterschiedliche Bedürfnisse von Freien und Redaktionen
Freie Journalist*innen achten teils stärker auf Verwertbarkeit und haben weniger Zeit für Unterstützungsangebote. Redaktionell gebundene Journalist*innen greifen häufiger auf interne Ressourcen zurück.
4. Konkurrenz als zentrales Hindernis
Sollte ein Unterstützungsangebot journalistisch verwertbar sein, konkurrieren die teilnehmenden Journalist*innen bei der Veröffentlichung eines potenziellen Beitrags. Somit müsste hier
5. Datenbanken und Info-Plattformen sind hilfreich
Etablierte Datenbanken werden regelmäßig und gern in der Recherche und Berichterstattung aller Berufsgruppen genutzt.
6. Vernetzungsangebote finden Anklang
Vor allem Nachhaltigkeits- und Naturschutz-Journalist*innen schätzen digitale Angebote zur fachlichen und persönlichen Vernetzung mit anderen Journalist*innen. Im Agrarbereich oder gar in der Schnittstelle sind solche Angebote noch nicht etabliert. Die Vernetzung findet dort eher analog statt.
7. Zeitmangel hemmt Weiterbildung
Seminare und Workshops sind weniger attraktiv, da sie einen hohen Zeitaufwand erfordern. Außerdem vertreten Journalist*innen die Auffassung, sich ohnehin kontinuierlich im Arbeitsalltag weiterzubilden.

